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Schulleiter

„Der Direktor – ein strammer Parteigenosse“

Schulklima und politische Ausrichtung der Schulen waren vor 1945 weit stärker durch die Schulleitung bestimmt als heute. Nach 1933 wurden in fast allen hier behandelten Schulen neue Schulleiter eingesetzt:

Gymnasium Steglitz (bereits 1931), Goethe-Gymnasium (1933), Paulsen-Gymnasium (1933), Lilienthal-Gymnasium (1935), Willi-Graf-Gymnasium (1935), Droste-Hülshoff-Gymnasium (1935), Beethoven-Gymnasium (1938), Schadow-Gymnasium (1939), Werner-von-Siemens-Gymnasium (1940).

Die neuen Schulleiter waren betont deutschnational eingestellt oder sogar, besonders ab 1935, aktive Nazis – mit oder ohne Parteibuch.
Sie hielten zumeist engen Kontakt mit den Nazi-Organisationen. Sie trafen in der Regel auf gefolgswillige Kollegien und konnten somit umso leichter und umfassender auf allen Ebenen der Schule dem nationalsozialistischen Ungeist die Pforten öffnen.

An keiner Schule ist ein ideologischer Konflikt mit den neuen Schulleitern belegt.

Die Äußerungen einiger Schulleiter geben nicht nur Auskunft über deren politisches Denken und das daraus abzuleitende pädagogische Handeln, sie charakterisieren auch allgemein die Unterrichts- und Erziehungsarbeit an damaligen Oberschulen.
Vereinzelt werden bereits 1930 Elemente einer nationalsozialistisch geprägten Schulerziehung vorformuliert:

Schulleiter (Schadow-Gymnasium, 1941):
„Du bist nichts, Dein Volk ist alles! Das Wort ist für alle, die zur Schadowschule gehören, Richtung und Ziel. Wir wollen, nach dem Worte des Führers, die großen geistigen Überlieferungen unseres Volkes, seiner Geschichte und seiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen … Unsere Arbeit ist nur ein bescheidener Teil des großen Aufbauwerkes, das heute in Deutschland verrichtet wird.
Aber wir setzen unsere Ehre darein, diese Arbeit zähe, gründlich und zielbewusst zu leisten.“
5)

Ähnliche Erklärungen sind mehrfach belegt.
So ziemlich der gesamte Kanon der nationalsozialistischen Ideologie ist hierbei erkennbar. Nicht erkennbar sind die vielen alltäglichen, in Quellen nicht belegten Äußerungen und Anweisungen der damaligen Schulleiter.
Hier sind nur wenige, signifikante Äußerungen notiert. In den Schulakten der Gymnasien lassen sich vermutlich weitere Beispiele finden.

Weitere Einzelinformationen zu den Schulleitern sind hier in verschiedenen Kapiteln kontextlich eingearbeitet.


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1) zitiert nach: Zehlendorfer Bezirksblatt, 31. Mai 1930 (dort letzter Satz in Sperrdruck!); Redetext in leicht geänderter Fassung auch in: Droste-Hülshoff-Gymnasium, Festschrift 2005, S.7ff
2) Fritz Sommer, zit. bei Paul Nolte, a.a.O., S. 249
3) Paulsen-Gymnasium, Festschrift 1983, S. 29f
4) Dr. Braun, Schulleiter, in: Lilienthal-Gymnasium, Festschrift 1996, S. 27
5) Dr. Guzielski, Schulleiter bis 1945; Schadow-Gymnasium, Festschrift 1995, S. 44