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Der NS-Staat versuchte die heranwachsende Generation möglichst vollständig in seine Organisationen einzugliedern und damit für sich dienstbar zu machen.
Das scheint in den hier untersuchten Schulen weitgehend gelungen zu sein.
Nicht selten auch mit wohlwollender Unterstützung der Lehrerschaft.
Die Folgen und Wirkungen dieser umfassenden NS-Organisierung sind nur zu vermuten.
1938 waren bis zu 90 % der Schülerinnen und Schüler organisiert.1)
„Volksbund für das Deutschtum im Ausland“ (
VDA): rege, regste Tätigkeit in den Schulen, Schulgruppen, Zeitschriften, Vorträge, Feste.
2)
Der
VDA entstand 1880 als „Deutscher Schulverein“ zur Gründung und Förderung deutscher Schulen im Ausland; der völkischen Bewegung zuzurechnen; enge Zusammenarbeit mit dem geheimbündlerischen „Deutschbund“; 1933 bis 1937 verfünffachten sich die Mitgliederzahlen; 1945 verboten; 1955 neu gegründet; 1974 wird der Verteidiger von Nazi-Größen in den alliierten Kriegsverbrecherprozessen zum Vorsitzenden gewählt; häufige Verbindungen zu Militärdiktaturen und rechtsextremen Kreisen.
3)
„Schule und BDM arbeiteten ohne jede Reibung miteinander.
Besonders stark war der Einsatz aller Schülerinnen für den Gedanken der Volksgemeinschaft.“4)
Eine Untergauführerin wird vom
BDM zur Jugendwalterin bestellt.
1938 wird eine Vertrauenslehrerin der
HJ gewählt.
5)
Der Anteil der in
VDA,
BDM,
HJ, JV,
SA organisierten Schülerschaft stieg bis 1938 auf bis zu ca. 90%.
6)
| „Soweit bekannt, sind diejenigen, die nicht eingetreten sind, nicht diskriminiert oder unterdrückt worden.”7) |
Auch der NS-Lehrerbund ist aktiv.
Seine Publikationen wurden in den Schulen verbreitet.
„Um der Unsicherheit in der Feiergestaltung an den Schulen abzuhelfen, ist von der Reichsverwaltung des NS-Lehrerbundes eine Monatsschrift herausgebracht worden.
Sie soll mithelfen, den einfachen und klaren Stil für alle Veranstaltungen und Feiern … zu entwickeln.”8)
Nur wenige Angaben über
NSDAP-Mitgliedschaften der Lehrerinnen und Lehrer.
1939 erklärt ein Schulleiter (seit 1933 Parteimitglied und stellvertretender Kreisamtsleiter der
NSDAP),
„dass es immer sein Bestreben sein werde, eine enge Verbindung der Schule mit der Partei und ihren Gliederungen herzustellen.”9)
Ein anderer Schulleiter:
„Auch mit den Ortsgruppen der Partei standen wir in bestem Einvernehmen.
Ihre Vertreter besuchten regelmäßig unsere größeren Veranstaltungen; Schulorchester und Sprechchor wirkten häufig bei den Parteiveranstaltungen mit.“10)
Einige Lehrer sollen „nur aus Karrieregründen“ der Partei beigetreten sein.
11)
„Zur Vervollständigung ihrer Personalakten haben die Beamten … ihrer Dienststelle anzuzeigen, ob sie der NSDAP, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden angehören, welche Ämter sie dort bekleiden und wahrnehmen.“
| Lt. Parteistatistik war 1935 jeder dritte Lehrer Mitglied der NSDAP.12) |
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