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Offensichtlich beherrschte das Schulleben auch im gebildeten Steglitz-Zehlendorf nach Kriegsende im allgemeinen eher eine „Unfähigkeit zu trauern“ (Mitscherlich). Kaum folgewirksame Einsichten aus eigener Kraft.
Die neuen Dienstbehörden sahen sich mehrfach veranlasst, mit deutlichen Mahnungen einzugreifen.
Auch dieser Aspekt findet in den Homepages der Gymnasien kaum Beachtung (Ausnahmen: Arndt- und Fichtenberg-Gymnasium mit jeweils vereinzelten Hinweisen).
Schulamt:
„Die Anklageschrift gegen die Kriegsverbrecher ist von allen Lehrkräften zum Gegenstand eines eingehenden Studiums zu machen, so dass die wesentlichen Anklagepunkte, die wichtigsten Einzelheiten der Kriegsverbrechen ... und der Verbrechen gegen die Humanität ... allen geläufig sind und jederzeit im Unterricht im Sinne der antifaschistischen Erziehung verwertet werden können.
Die Verfolgung der Zeitungsberichte ist eine einmalige Gelegenheit zur antifaschistischen Beeinflussung der Schüler und damit indirekt auch der Eltern.“6) |
„Ich erinnere an die Besprechung der Nürnberger Anklageschrift.“7)
„Es muss sich jeder bewusst sein, dass er den Versuch auf Einrangierung in die vollwertige Staatsbürgerlichkeit nur dann machen soll, wenn Gewissen und Material sauber sind.“8)
1946:
„In der letzten Zeit werden Wände, Tafeln oder Bänke mit Zeichen beschmiert, die überholt sein sollten. Ich bitte, erhöht darauf zu achten und sie entfernen zu lassen.“9)
1947:
„In einem Berliner Bezirk mussten die verantwortlichen Personen vom Bezirksrat bis zum einfachen Lehrer herab entlassen werden, weil bei einer Kontrolle ... noch Bücher mit nationalsozialistischem oder militaristischem Inhalt vorgefunden wurden. ... bitte ich darum, die Lehrerbücherei zu überprüfen.“10)
1947: Entnazifizierte Kolleginnen müssen sich noch einmal bei dem „Entnazifizierungsausschuss“ melden.
11)
1947: Feier zur Erinnerung an den 18. März 1848
12)
1945 bis 1948: Gedenkfeiern für die Opfer des Faschismus
13)
1951: Dr. Schwedtke wieder im Schuldienst.
14)
Schwedtke war fanatischer Nationalsozialist; hat 1934 an der damaligen Karl-Marx-Schule (heute Fritz-Karsen-Schule in Neukölln) Fritz Karsen aus dem Amt gedrängt und bis 1945 selbst die Schulleitung übernommen; wurde zunächst nicht mehr in den Schuldienst übernommen, kam dann an das Beethoven-Gymnasium.
Es gibt wieder „Heldengedenkfeiern“,
z.B. am 25.10.52 und am 13.11.54
15)
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